Microsofts stellt die Copilot+ PCs vor: KI-Computer mit 22 Stunden Akkulaufzeit

Microsoft hat seine neuen Copilot+ PCs vorgestellt, die nicht nur schneller und effizienter sein sollen, sondern auch die Art und Weise, wie wir Computer nutzen, grundlegend verändern könnten. Während sich Notebooks in den vergangenen zehn Jahren nicht wesentlich verändert haben, versprechen diese Laptops den Alltag und das Berufsleben der Nutzer*innen zu revolutionieren – mehr noch: Mit der Einführung dieser Microsoft Copilot-PCs oder auch „AI-First-PCs“, wie sie gerne genannt werden, könnte eine neue Ära in der Computertechnologie eingeläutet werden.

Autor: Michael Quast | Experte für KI-Transformation

Microsoft hat nicht nur neue Surface-Geräte vorgestellt, sondern auch eine neue Gerätekategorie eingeführt. In den vergangenen Jahren hat Microsoft seine Surface-Geräte eher stiefmütterlich behandelt. Neue Prozessoren, etwas bessere Displays, mehr Speicher. Doch um Apple mit seinen MacBooks und M-Chips das Wasser abzugraben, hat es nicht gereicht. Das will Microsoft jetzt ändern: Mit einer neuen Systemarchitektur, die die Leistung von Prozessor, Grafikeinheit und Neural Proccesing Unit (NPU) bündelt: Die neuen Copilot-Plus-PCs sind bis zu 20-mal schneller und bis zu 100-mal effizienter – und das bei unglaublichen 22 Stunden Akkulaufzeit.

Wie aus einem Science-Fiction-Film: der erste KI-Computer

Ein weiterer Schwerpunkt ist die künstliche Intelligenz – vor allem der namensgebende Copilot selbst, der tief in das Betriebssystem Windows 11 integriert ist. Der Copilot hat sogar einen eigenen Knopf, mit dem der Assistent aktiviert wird. Microsoft kündigt außerdem an, dass Copilot in den kommenden Wochen Zugriff auf das neue OpenAI-Modell GPT-4o bieten wird. Sogar Sprachchat soll es geben – das klingt schon nach dem virtuellen Assistenten Jarvis aus dem Marvel-Film „Iron Man“ – ein Stück Zukunftsmusik, das nun greifbar wird. So soll Copilot bei alltäglichen Aufgaben wie dem Bearbeiten von Daten und dem Beantworten von Benachrichtigungen helfen.

Eine der bemerkenswertesten Funktionen aus Sicht von NEXperts ist die Echtzeit-Übersetzung und Live-Untertitelung während Videoanrufen, die die internationale Kommunikation erheblich erleichtern soll. Gerade für global agierende Unternehmen mit internationalen Teams könnte diese Funktion von unschätzbarem Wert sein. Darüber hinaus sind die Geräte in der Lage, kleine Sprachmodelle lokal auszuführen. Da der Umweg über die Cloud entfällt, liefern diese Modelle schnellere Ergebnisse – und Datenschutzprobleme soll es laut Microsoft auch nicht geben. Dennoch bleibt ein gewisses Maß an Skepsis und die Frage, wie sicher diese Daten tatsächlich sind und ob die Nutzer*innen bereit sind, diese Funktion zu aktivieren.

Recall und Cocreator: Praktische KI-Assistenten im Alltag und Beruf

Eine der auffälligsten neuen Funktionen ist Recall. Diese Microsoft-Funktion ist wie ein fotografisches Gedächtnis für den PC und speichert kontinuierlich die Bildschirmaktivitäten, sodass man in der Zeit zurückgehen und mühelos auf frühere Aktionen zugreifen kann. So soll es zum Beispiel viel einfacher werden, genau die E-Mail zu finden, die du suchst. Die Funktion arbeitet lokal auf dem Gerät. Wer dennoch Bedenken hat, kann Programme auch von Recall ausschließen.

Zu den weiteren Vorteilen zählt der Cocreator, der kreative Prozesse unterstützen kann. Nutzer können beispielsweise Skizzen in KI-generierte Kunstwerke verwandeln, was vor allem für Designer und Künstler interessant sein dürfte. Ein weiteres Beispiel: Mit dem Paint Cocreator soll es in Zukunft möglich sein, per Texteingabe Bilder „nahezu in Echtzeit“ zu generieren und zu bearbeiten. Auch in der Foto-App wird es möglich sein, Bilder zu erstellen und zu bearbeiten. Diese Funktionen könnten die Art und Weise, wie kreative Projekte umgesetzt werden, grundlegend verändern und neue kreative Möglichkeiten eröffnen.

Microsofts Antwort auf Apple: Das Rennen um die KI-Vorherrschaft

Wer jetzt schon bei den Copilot-Plus-PCs zuschlagen will, braucht das nötige Kleingeld. Laut Microsoft gehen die Geräte ab 999 US-Dollar an den Start. Damit sind sie im Schnitt aber immer noch günstiger als die Konkurrenz von Apple. Damit wird deutlich, dass Microsoft mit den neuen AI-First-PCs die Vormachtstellung von Apple auf dem PC-Markt herausfordern will. Während Apple mit seinen M1- und M2-Chips den Markt dominierte, setzt Microsoft auf KI-optimierte Hardware, um die Führung zu übernehmen. Die neue Hardware soll in Sachen Leistung und Effizienz führend sein.

Der neue Qualcomm-Chip Snapdragon X Elite soll es beispielsweise ermöglichen, speicherintensive Aufgaben wie die Farbkorrektur von Videos wesentlich effizienter durchzuführen. Laut Microsoft sind diese PCs 58 Prozent schneller als das führende MacBook Air M3. Diese Entwicklung könnte den Wettbewerb auf dem PC-Markt neu gestalten und andere Hersteller dazu zwingen, ihre eigenen KI-Innovationen voranzutreiben. Abgesehen vom Wettbewerb hat Microsoft mit den neuen AI-First-PCs einen wichtigen Schritt in die Zukunft gemacht. Diese Geräte bieten nicht nur beeindruckende Leistungssteigerungen, sondern auch innovative KI-Funktionen, die das Leben der Nutzerinnen und Nutzer erleichtern könnten. Microsoft setzt damit neue Maßstäbe in der Computertechnologie und könnte die gesamte Branche revolutionieren.

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